MAGNUS HUNDT (1449–1519)
Herkunft und Studium
Magnus Hundt, auch als Magnus Hund oder lateinisch Magnus Canis („Großer Hund“) bekannt, wurde wahrscheinlich im Jahr 1449 in Magdeburg geboren.
Seine akademische Laufbahn begann relativ spät. An der Universität wirkte er an der Fakultät der freien Künste, deren Dekan er vor 1499 war. Im Jahr 1499 wurde er zum Rektor der Universität ernannt. Seine wissenschaftlichen Interessen umfassten Medizin, Philosophie und Theologie. 1510 erwarb er den Doktorgrad der Theologie.
Tätigkeit in St. Joachimsthal
Während der frühen Entwicklung der Bergstadt St. Joachimsthal arbeitete Magnus Hundt als Stadtarzt und zugleich etwa sieben Jahre lang als persönlicher Arzt der Familie Schlik, der Gründer des Ortes.
In seiner medizinischen Praxis beschäftigte er sich insbesondere mit Krankheiten der Bergleute und mit gesundheitlichen Problemen, die mit der Arbeit im Bergbau verbunden waren. Dabei nutzte er auch die Erfahrungen der örtlichen Bergleute.
Medizinische und wissenschaftliche Tätigkeit
Aus der Zeit seines Wirkens in St. Joachimsthal stammt die Schrift Regiment gegen die Schwindsucht, die 1529 gedruckt wurde. Darin behandelte er die damals weit verbreitete Krankheit der Schwindsucht, heute als Tuberkulose bekannt.
Hundt war der Ansicht, dass diese Krankheit vor allem durch diätetische Maßnahmen und durch frühzeitige Diagnose behandelbar sei. In seinem Werk verband er praktische medizinische Erfahrungen mit anatomischen Untersuchungen.
Dabei verwendete er bereits den Begriff Anthropologie, weshalb er zusammen mit Otto Casmann als einer der Begründer der modernen Anthropologie gilt.
Werke
Magnus Hundt verfasste zahlreiche wissenschaftliche Schriften, darunter vier medizinische Abhandlungen, grammatische Arbeiten, Kommentare zu den Werken des heiligen Augustinus und des Petrus Lombardus sowie verschiedene philosophische Texte.
Tod
Magnus Hundt starb am 3. Mai 1519 in Meißen.


