LAZAR ERCKER VON SCHRECKENFELS (1528/1530–1594)
Herkunft und Ausbildung
Lazar Ercker von Schreckenfels, auch als Lazarus Erker oder Ecker bekannt, wurde in den Jahren 1528 oder 1530 in Annaberg in Sachsen geboren.
In den Jahren 1547 bis 1548 studierte er an der Universität Wittenberg Mathematik und Naturwissenschaften. Schon während seines Studiums widmete er sich der Analyse von Erzen sowie den Fragen des Bergbaus und Hüttenwesens.
Tätigkeit in St. Joachimsthal
Im Jahr 1567 kam Ercker nach St. Joachimsthal, wo sein Schwager Paul Uthmann lebte. Die Stadt gehörte damals zu den bedeutendsten Bergbauzentren Mitteleuropas.
Der Aufenthalt in St. Joachimsthal spielte eine wichtige Rolle in seiner beruflichen Entwicklung. Hier lernte er den praktischen Betrieb der Bergwerke und Hütten kennen, was später auch seine wissenschaftliche Arbeit beeinflusste.
Karriere im böhmischen Bergwesen
1555 arbeitete er als Probierer am kurfürstlichen Hof in Dresden. Im März 1568 wurde er vom Landesherrn zum Kontrollprobierer in Kuttenberg ernannt.
Im Jahr 1577 wurde er zum obersten Berghauptmann des Königreichs Böhmen ernannt. In dieser Funktion führte er Reformen im Bergbau, im Hüttenwesen sowie in der Organisation der Bergarbeit ein und setzte sich auch für soziale Verbesserungen der Bergleute ein.
Kaiser Rudolf II. erhob ihn 1586 in den Adelsstand und verlieh ihm den Namen „von Schreckenfels“.
1590 war er Kandidat für das Amt des obersten Münzmeisters des Königreichs Böhmen.
Tod
Am Übergang der Jahre 1593 und 1594 erkrankte er schwer und starb am 6. Januar 1594 in Prag.
Werk
Sein bedeutendstes Werk ist das Probierbuch, das 1573 fertiggestellt und 1574 in Prag gedruckt wurde.
Das Buch diente bis ins 18. Jahrhundert als grundlegendes Lehrbuch der Erzanalytik und trug zusammen mit den Arbeiten von Georg Agricola wesentlich zur Entwicklung der Bergbauwissenschaften bei.


