JOSEF ŠTĚP (1863–1926)
Tätigkeit in St. Joachimsthal
Josef Štěp kam im Jahr 1896 nach St. Joachimsthal und trat auf der Grube Werner als Bergmeister in den Dienst. Im Laufe der Zeit übernahm er verschiedene Funktionen im Bergwesen und wurde zu einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der lokalen Bergverwaltung. Im Jahr 1920 wurde er zum Ministerialrat ernannt.
Unter den Bergleuten war er sehr beliebt und wurde von ihnen „Vater des Bergbaus“ genannt. Auch bei der übrigen Bevölkerung der Stadt – sowohl bei der deutschen als auch bei der tschechischen – genoss er großes Ansehen.
Förderer des Radiums und des Kurwesens
Josef Štěp gehörte zu den ersten Förderern der Nutzung von Radium und Radonwasser zu Heilzwecken. Durch seine Vorträge trug er wesentlich dazu bei, dass sich St. Joachimsthal zu einem Kurort entwickelte.
Seine Vorträge waren nicht nur in St. Joachimsthal, sondern auch in Prag und Wien sehr gefragt. Im Jahr 1909 kam sogar der englische König Edward VII. nach St. Joachimsthal, um einen Vortrag Štěps zu hören. 1912 wurden seine Vorträge unter dem Titel Das Radium und seine Eigenschaften als Buch veröffentlicht.
Štěp beschäftigte sich auch mit wissenschaftlicher und technischer Arbeit. Er konstruierte ein Gerät namens Spinathariskop, mit dem Alphateilchen beobachtet werden konnten.
Die Quellen der Daniel-Stollen
Im Jahr 1908 beauftragte Minister Buquoy Josef Štěp mit der Erfassung der Quellen im Daniel-Stollen und mit dem Bau einer Wasserleitung. Das Wasser sollte bis zum Mundloch des Stollens geleitet werden, das sich heute im Bereich eines Kreisverkehrs befindet.
Nach Abschluss der Arbeiten fand am Stolleneingang eine Feier statt. Štěp erinnerte sich später daran mit den Worten, dass sie beim Ausfahren von Bergmusik empfangen wurden und der Gruß Glückauf aus vielen Kehlen erklang.
Späteres Leben
Später ging Josef Štěp nach Příbram, wo er seine berufliche Tätigkeit fortsetzte. Dennoch blieb er mit St. Joachimsthal eng verbunden.
Als er 1924 in den Ruhestand ging, reiste eine Delegation aus St. Joachimsthal an, bestehend aus dem Bürgermeister, Stadträten und festlich gekleideten Bergleuten. Bei dieser Gelegenheit spielte auch die Joachimsthaler Bergkapelle.
Tod und Erinnerung
Josef Štěp starb 1926. In St. Joachimsthal wurden zu seinem Gedenken Trauerfahnen gehisst und eine Delegation aus der Stadt nahm an seinem Begräbnis in Příbram teil.
Nach ihm wurde eine Straße in der Stadt benannt, und die Joachimsthaler Zeitung veröffentlichte einen Nachruf – eine besondere Ehre, da es sich um eine deutschsprachige Zeitung handelte und Štěp der einzige Tscheche war, dem diese Würdigung zuteilwurde.


