JOHANN RICHTER (1537–1616)
Leben
Johann Richter, auch Johannes Praetorius genannt, wurde im Jahr 1537 in Joachimsthal geboren. Über seine Jugend und frühe Ausbildung sind keine näheren Nachrichten überliefert.
Seit dem Jahr 1557 studierte er an der Universität Wittenberg. Dort erhielt er eine Ausbildung in den freien Künsten, zu denen Rhetorik, Grammatik, Arithmetik, Geometrie, Musik, Astronomie und Logik gehörten.
Zwischen 1562 und 1569 lebte er in Nürnberg, einem bedeutenden Zentrum für Wissenschaft und die Herstellung wissenschaftlicher Instrumente. Dort entwarf und konstruierte er eine Reihe mathematischer und astronomischer Geräte. Diese Instrumente werden bis heute im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg aufbewahrt.
In Nürnberg verbesserte er außerdem den sogenannten Messtisch (Tabula Praetoriana Mensula), ein Instrument zur Lösung kartographischer und geodätischer Aufgaben, das insbesondere bei der Vermessung von Landschaften eingesetzt wurde.
Nach seinem Aufenthalt in Nürnberg lebte Richter zeitweise in Prag, Wien und Krakau. Im Jahr 1571 kehrte er nach Wittenberg zurück, wo er zum Professor der höheren Mathematik mit Schwerpunkt Astronomie ernannt wurde. Am 4. März 1572 erhielt er dort den Titel eines Magisters der Philosophie.
Im Jahr 1575 verließ er aus politischen Gründen die Universität. Anschließend wirkte er an der Universität Altdorf bei Nürnberg als Professor der Mathematik.
Johann Richter starb am 27. Oktober 1616 in Altdorf.


