JOHANN NEEFE (1499–1574)
Herkunft und Ausbildung
Johann Neefe wurde am 29. August 1499 in Chemnitz geboren. Er studierte an den Universitäten Leipzig und Bologna. Zu seinen Studienkollegen gehörte auch der berühmte Arzt und Naturwissenschaftler Georg Agricola.
Den Doktorgrad der Medizin erhielt er 1525 an der Universität Ferrara.
Stadtarzt in St. Joachimsthal
Nach seinem Studium kam Neefe nach St. Joachimsthal, wo er Magna Hundt als Stadtarzt ablöste. In der damals rasch wachsenden Bergstadt blieb er etwa zehn Jahre.
In seinen Aufzeichnungen beschrieb er sowohl die Vorteile als auch die Pflichten des Stadtarztes. Der Arzt erhielt jährlich hundert Gulden, sieben Fuhren Holz zum Heizen sowie eine freie Wohnung. Neefe selbst schrieb, dass es ihm dort „Gott sei Dank glücklich und gut ergangen“ sei.
Er fasste die Pflichten des Stadtarztes in sechs Punkten zusammen, darunter die Pflege aller Kranken ohne Unterschied zwischen Arm und Reich, die Betreuung der Armen im Spital sowie die Verpflichtung, Bedürftigen auch ohne Bezahlung zu helfen.
Medizinische Ansichten
Neefe betrachtete Arzneimittel als von Gott gegebene Hilfsmittel und versuchte seinen Patienten sowohl körperlich als auch seelisch zu helfen.
Er verteidigte das Recht der Menschen, sich an die medizinische Wissenschaft zu wenden, auch wenn deren Methoden mit kirchlichen Ansichten in Konflikt gerieten. Einige Theologen jener Zeit, etwa Nikolaus Selneccer, predigten nämlich gegen naturwissenschaftlich orientierte Ärzte.
Spätere Tätigkeit
Nach seinem Weggang aus St. Joachimsthal wurde Neefe Leibarzt des sächsischen Kurfürsten Moritz von Sachsen und später auch des Kurfürsten August von Sachsen.
Aufgrund seines Rufes wurde er auch nach Wien gerufen, wo er Kaiser Ferdinand I. behandelte.
Werke
Zu seinen bekannten Arbeiten gehören eine Autobiographie, eine Schrift über die Pest sowie Aufzeichnungen über Gespräche am Hof Kaiser Ferdinands I.
Tod
Johann Neefe starb am 7. Juli 1574 in Dresden.


