JOHANN MAJOR (1533–1600)
Leben
Johann Major wurde am 2. Januar 1533 in Joachimsthal geboren. Sein Vater, Johann Major der Ältere, war aus Franken (heute Teil Bayerns) in die Bergstadt gezogen.
Im Jahr 1549 immatrikulierte sich Major an der Universität Wittenberg, einem der wichtigsten Zentren der Reformation. Zwei Jahre später setzte er sein Studium an der Universität Leipzig fort. Nach seiner Rückkehr nach Wittenberg erhielt er am 27. Februar 1556 den akademischen Grad eines Magisters der freien Künste.
Anschließend arbeitete er als Lehrer in Würzburg und studierte weiter an der Universität Mainz. Im Jahr 1558 erlangte er den Doktortitel der Theologie.
Universitätslaufbahn
Seit 1560 wirkte Johann Major als Professor an der Universität Wittenberg. Bald geriet er jedoch in die theologischen Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Strömungen innerhalb des Luthertums.
Dabei stand der Konflikt zwischen den sogenannten Gnesiolutheranern – Anhängern einer strengen Auslegung der Lehre Martin Luthers – und den Philippisten, den Anhängern Philipp Melanchthons, im Mittelpunkt.
Im Jahr 1578 wurde Major aufgrund falscher Anschuldigungen aus der Universität ausgeschlossen und in Rochlitz festgesetzt. Erst 1581 wurde seine Unschuld nachgewiesen und er konnte freigelassen werden.
Nach seiner Freilassung kehrte er an die Universität zurück und nahm seine Lehrtätigkeit wieder auf.
Späte Jahre
Die theologischen Konflikte setzten sich jedoch fort. Johann Major wurde später als sogenannter Kryptokalvinist beschuldigt, also als heimlicher Anhänger des Calvinismus. Aus diesem Grund wurde er zwischen 1591 und 1593 erneut inhaftiert.
Nach seiner Freilassung zog er sich aus dem öffentlichen Leben zurück und ließ sich im Jahr 1595 in Zerbst im heutigen Sachsen-Anhalt nieder.
Johann Major starb dort am 16. März 1600.


