JAKOB SCHEDLICH (1591–1669)
Herkunft und Familie
Jakob Schedlich wurde wahrscheinlich im März 1591 in Joachimsthal geboren und starb dort am 29. Dezember 1669. Sein Vater Andreas Schedlich war Bürgermeister der Stadt.
Sein jüngerer Bruder David Schedlich (1607–1687) wurde ein bekannter Komponist.
Ausbildung
Schedlich studierte Musik in Nürnberg beim bekannten Komponisten Hans Leo Hassler. Dort lernte er neben der Musik auch den Orgelbau und die Konstruktion von Orgeln.
Zusätzlich beschäftigte er sich mit Uhrmacherei und der Reparatur von Uhren, was auf eine Ausbildung im Bereich Mechanik hinweist.
Tätigkeit in Joachimsthal
Im Jahr 1607 kehrte er nach Joachimsthal zurück, wo er als Organist, Kantor und Uhrmacher tätig war. Zu seinen Aufgaben gehörte auch die Wartung der Turmuhren der Kirche St. Joachim sowie der Uhr am Brodmarkt.
1619 wurde er Mitglied des Stadtrates und kümmerte sich unter anderem um die Angelegenheiten der städtischen Waisen. 1624 wurde er zum Inspektor ernannt und überwachte auch die Tätigkeit der Zöllner.
Orgelbau
1625 gründete er eine Orgelbauwerkstatt in Joachimsthal. Diese Werkstatt erlangte bald großen Ruf und lieferte Orgeln in viele Städte Böhmens und Sachsens.
Zwischen 1625 und 1666 entstanden zahlreiche Instrumente.
Bürgermeister
Seit 1633 war Jakob Schedlich Bürgermeister von Joachimsthal. Dieses Amt übte er bis zu seinem Tod im Jahr 1669 aus.
Orgelwerke
1625
Kaaden, Saaz, Komotau, Radonitz, Podersam, Priesen bei Komotau, Geising (Sachsen)
1626
Raschau (Sachsen), Burg Elbogen, Karlsbad
1638
Eger, Neudek, Adorf (Sachsen), Graslitz, Budweis, Gottesgab, Lichtenstadt
1640
Schleiz (Thüringen)
1642
Plauen (Sachsen), Kupferberg, Oberwiesenthal (Sachsen), Kirchberg (Sachsen), Wolkenstein (Sachsen), Mildenau (Sachsen)
1650
Oelsnitz (Sachsen)
1652
Weipert, Annaberg (Sachsen)
1656
Theusing
1661
Markersbach (Sachsen)
1666
Brunnersdorf


