FRANZ WILHELM TIPPMANN (1786–1857)
Herkunft und Ausbildung
Franz Wilhelm Tippmann, tschechisch František Vilém Tippmann, wurde am 11. Juni 1786 in St. Joachimsthal als Sohn von Franz Tippmann und seiner Ehefrau Franziska, geborene Eschkin, geboren. Nach Abschluss seiner Studien empfing er am 4. August 1809 die Priesterweihe.
Kurz darauf wurde er Pfarrer in Böhmisch Wiesenthal am Keilberg. Später wirkte er von 1816 bis 1827 als Pfarrer in Gottesgab. Während dieser Zeit erwarb er im Jahr 1824 den Doktortitel der Theologie.
Tätigkeit im Erzgebirge
An seine Zeit in Gottesgab erinnerte sich Tippmann zeitlebens. Aus Dankbarkeit gegenüber den Einwohnern ließ er dort im Jahr 1840 das sogenannte Causa Hubertus gründen, ein städtisches Armenhaus für Bedürftige. Das Gebäude ist heute als Hotel St. Anna bekannt.
Akademische und kirchliche Laufbahn
Neben seiner seelsorgerischen Tätigkeit spielte Tippmann auch im akademischen Leben eine wichtige Rolle. Er wirkte an der Theologischen Fakultät der Karolinen-Ferdinands-Universität in Prag, wo er das Amt des Dekans innehatte. Im Jahr 1830 wurde er zum Rektor der Universität gewählt.
In der kirchlichen Hierarchie bekleidete er mehrere bedeutende Ämter. Er wurde zum Domherrn des Prager Metropolitankapitels ernannt und übte mehrfach das Amt des Generalvikars der Prager Erzdiözese aus, nämlich in den Jahren 1831, 1834 sowie von 1852 bis 1854. Zwischen 1849 und 1850 war er außerdem Kapitularvikar.
Ende des Jahres 1832 wurde er zum Titularbischof von Satala und Weihbischof von Prag ernannt. Die Bischofsweihe empfing er am 3. März 1833 aus den Händen des Königgrätzer Bischofs Karl Borromäus Hanl, der den erkrankten Prager Erzbischof Alois Joseph Graf Krakowsky von Kolowrat vertrat.
Im Jahr 1836 wurde er zum Dekan des Kapitels in Altbunzlau ernannt.
Öffentliche und kulturelle Tätigkeit
Franz Wilhelm Tippmann beteiligte sich auch am wissenschaftlichen und kulturellen Leben seiner Zeit. Er war Mitglied des Böhmischen Museums und der Matice česká, bedeutender Institutionen der Wissenschaft und Kultur in Böhmen.
Tod und Erinnerung
Franz Wilhelm Tippmann starb am 20. Juni 1857 in Koschier bei Prag. Er wurde auf dem Malostranské Friedhof in Prag beigesetzt. Sein figürlicher Grabstein wurde vom Bildhauer Ignaz Michael Platzer geschaffen.


