FRANTIŠEK BĚHOUNEK (1898–1973)
Leben und Studium
František Běhounek wurde am 27. Oktober 1898 in Prag geboren. Er studierte Physik und Mathematik an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Karls-Universität.
In den 1920er Jahren ging er nach Frankreich, wo er an der Sorbonne in Paris arbeitete. Dort war er Schüler von Marie Curie-Sklodowska und beschäftigte sich mit der Erforschung der Radioaktivität und der kosmischen Strahlung.
Nach seiner Rückkehr in die Tschechoslowakei wurde er zu einem der Begründer der modernen Kernphysik im Land.
Expedition zum Nordpol
1928 nahm Běhounek an der berühmten Nordpolexpedition des italienischen Generals Umberto Nobile mit dem Luftschiff Italia teil. Seine Aufgabe war es, während des Fluges wissenschaftliche Messungen durchzuführen.
Die Expedition endete tragisch, als das Luftschiff auf dem arktischen Eis abstürzte. Ein Teil der Besatzung kam ums Leben, während die Überlebenden mehrere Wochen auf ihre Rettung warten mussten.
Schließlich wurden sie vom sowjetischen Eisbrecher Krasin gerettet, einem der ersten speziell für arktische Bedingungen gebauten Eisbrecher der Welt.
Wissenschaftliche Arbeit
Nach seiner Rückkehr setzte Běhounek seine Forschungen auf dem Gebiet der Radiologie, der Kernphysik und der kosmischen Strahlung fort.
Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit widmete er sich auch der Literatur und veröffentlichte zahlreiche populärwissenschaftliche Bücher und Abenteuerromane.
Aufenthalt in Joachimsthal
Am Ende seines Lebens besuchte František Běhounek auch Joachimsthal. Er kam als Kurgast in die dortigen Radiumbäder, deren Behandlung auf den Eigenschaften der Radioaktivität beruhte.
Tod
František Běhounek starb am 1. Januar 1973 in Karlsbad.


