ZEITRAUM 1851–1950
1851 – Auf dem Johannesberg wird im Haus mit der Kapelle St. Johann die Handschuhfabrik der Brüder Kuhlmann gegründet.
1852 – In Joachimsthal entsteht die Montanistische Gesellschaft. Der Preis für Uranerz beträgt 500 Gulden pro Zentner. Ein Pfund Joachimsthaler Uranfarbe kostet 10–12 Gulden bei Herstellungskosten von 1 Gulden 18 Kreuzern.
1853 – Beginn des industriellen Abbaus von Uranerzen. In der Uranfarbenfabrik werden 1.500 kg Uran-Gelb produziert.
1855 – Gründung der k.k. Tabakfabrik zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit.
1858 – Adolf Patera verlässt die Stadt; Arnošt Vysoký übernimmt.
1860 – Am 3. November beginnt die Tabakfabrik mit der Produktion.
1861 – Rückkehr Vysokýs; ein starkes Erdbeben erschüttert die Stadt.
1864 – Am 12. März wird auf der Svornost eine warme Quelle (22,5–25 °C) entdeckt; die Grube wird überflutet. Erstmals wird eine elektrische Sprengung durchgeführt.
1866 – Installation einer Dampfmaschine zur Wasserhebung auf Svornost. Anton Schreibr gründet eine Korkfabrik – die erste ihrer Art in der Monarchie.
1867 – Schließung aller Hüttenbetriebe in Joachimsthal.
1868 – Das Gloriett auf dem Keilberg brennt nach Blitzschlag ab.
1869 – Die Grube Svornost wird vollständig entwässert. 6.586 Einwohner.
1873 – Am 31. März wird die Stadt innerhalb von vier Stunden vollständig zerstört.
1874 – Wiederaufbau der Kirche St. Joachim nach Plänen Josef Mockers.
1880 – 6.628 Einwohner; Gründung des Erzgebirgsvereins.
1884 – Eröffnung des Aussichtsturms auf dem Keilberg.
1890 – 7.025 Einwohner in Stadt und Vororten.
1896 – Eröffnung der Eisenbahnverbindung von Ostrov.
1898 – Pierre und Marie Curie ersuchen um Abfälle aus der Uranfarbenproduktion; 120 mg Radium werden gewonnen.
1902 – Einführung der elektrischen Straßenbeleuchtung.
1907 – Einrichtung eines Radiolaboratoriums; 58 Kurgäste.
1908 – Bau des städtischen Elektrizitätswerks.
1911 – Eröffnung des Kurhauses (heute Agricola); Bau des Radium Palace.
1912 – Österreich-Ungarn wird Alleinbesitzer der Uranbergwerke.
1918 – Entstehung der Tschechoslowakei; Stadt und Bergwerke gehen in Staatsbesitz über.
1925 – Besuch von Marie Curie-Skłodowska.
1930 – 7.316 Einwohner; intensive Bewetterung reduziert Lungenkrebs bei Bergleuten.
1938 – Nach dem Münchner Abkommen wird die Region vom Deutschen Reich besetzt.
1939 – Einstellung der Radiumproduktion.
1941 – Abriss der Radium- und Uranfarbenfabrik.
1945 – Die Rote Armee übernimmt die Kontrolle über die Bergwerke.
1946 – Gründung des Nationalunternehmens Jáchymovské doly.
1948 – Einrichtung neuer Uranbergwerke; Beginn massiver politischer Repressionen.
1949 – Gründung des Bezirks Jáchymov; Aufbau mehrerer Arbeitslager.
1950 – 5.846 Einwohner; 8.570 Häftlinge arbeiten in den Bergwerken, überwiegend politische Gefangene.


