ZEITRAUM 1701–1850
1702 – In Joachimsthal leben 1.429 Einwohner.
1703 – Vor der Kirche St. Joachim wird eine Statue der Heiligsten Dreifaltigkeit vom Bildhauer Zeidler aus Ostrov errichtet.
1711 – Die Stadt besucht Reichsgraf Franz Karl von Pötting, Oberstmünzmeister und Oberberghauptmann des Königreichs Böhmen.
1716 – Auf Befehl Kaiser Karls VI. wird am 13. Oktober in Joachimsthal die Bergschule gegründet. Sie dient der Ausbildung zukünftiger Bergbeamter und ist die erste Schule dieser Art weltweit.
1719 – Am 2. Januar erlässt der Landesherr eine neue Bergordnung.
1721 – Eine Delegation von Bergleuten und Beamten aus Joachimsthal huldigt in Karlsbad Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel, Gemahlin Karls VI. und Mutter Maria Theresias.
1726 – Durch technische Neuerungen und neue Rohstoffe belebt sich der Bergbau. In Betrieb sind die Gruben Svornost, St. Andreas, Jordan, St. Veit, Heiliger Geist, Jakub Major und Helena Huber.
1732 – Kaiser Karl VI. besucht mit seiner Gemahlin Elisabeth Christine die Stadt.
1733 – Am 3. Februar werden detaillierte Instruktionen für Lehrer und Schüler der Bergschule erlassen. Einheitliche lateinische Lehrbücher, Laborprüfungen und intensiver Mathematikunterricht werden vorgeschrieben; auch Gehälter und Stipendien werden festgelegt.
1734 – Das Ehepaar Vogelhaubt gründet eine Privatkapelle St. Johann und beginnt den Bau der St.-Prokop-Kapelle auf dem Türkenberg.
1746 – Die Arsenhütte im unteren Stadtteil wird stillgelegt.
1755 – Auf der Grube Svornost wird in 292 Metern Tiefe eine reiche Silberader entdeckt.
1756 – 936 Bergleute arbeiten in den Gruben.
1758 – Joachimsthal wird von preußischen Truppen besetzt (6.000 Soldaten, 10 Kanonen).
1760 – Auf Svornost wird in 292 Metern Tiefe Sternbergit und Argentit gefunden.
1764 – Die Gewerkschaft der Svornost übernimmt die Grube Helena Huber.
1766 – Kaiser Joseph II. besucht die Stadt; die Allee am Türkenberg wird später Kaiserallee genannt.
1774 – In Betrieb sind die Gruben Svornost (Einigkeit), Hohe Tanne, Friedensfeld und Helena Huber.
1777 – In der unteren Stadt wird an der Straße nach Ostrov die Kapelle St. Barbara gegründet.
1778 – Nach 132 Jahren wird die St.-Anna-Kapelle erneuert.
1779 – Am 6. August erlässt Joseph II. ein Dekret über die Funktionen in den Joachimsthaler Bergwerken. Die Grube Helena Huber wird zu Ehren seines Besuches in Grube Joseph II. umbenannt.
1780 – Gründung der Püchner’schen Fabrik für Smalten und Kobaltblau neben der Lintacker’schen Silberhütte.
1782 – Ein Stadtbrand; Gesamtrekonstruktion der Kirche Allerheiligen.
1783 – Einrichtung eines Berggerichts.
1784 – Gründung eines Armen- und Waisenhauses. 617 bewohnte Häuser stehen in der Stadt.
1788 – Die Püchner-Fabrik wird zur Miessl’schen Schmaltefabrik umgewandelt.
1789 – Martin Heinrich Klaproth entdeckt das Element Uran – mit weitreichender Bedeutung für Joachimsthal.
1792 – Eröffnung der Grube Rudolf II., später Werner, nach dem Zweiten Weltkrieg Rovnost genannt.
1798 – Einführung doppelter Wetterpumpen in den Gruben.
1799 – Bau eines halbhohen Ofens zur Silberschmelze.
1801 – Svornost wird Staatseigentum. Sieben Pochwerke und elf Aufbereitungsanlagen arbeiten in der Stadt.
1804 – Auf Svornost wird eine Tiefe von 497 Metern erreicht; ein Wassereinbruch überflutet den Abbau.
1806 – Nach intensivem Pumpen wird Svornost wieder trocken gelegt.
1735–1810 – Förderung von 68 Tonnen Silber, 6.000 Tonnen Blei und 6.238 Tonnen Kobalt.
1810 – Erneute Überflutung der Svornost.
1811 – Staatsbankrott; Stilllegung mehrerer Gruben. 563 bewohnte Häuser, 3.691 Einwohner.
1812 – Einstellung der Förderung auf den Gruben Sächsischer Adelsstollen und Elias.
1813 – Vorübergehende Stilllegung und Wiedereröffnung der Gruben Hohe Tanne und Elias; Gründung einer privaten Klöppelschule.
1827 – Einstellung der Arbeiten am Johann-Bock-Stollen.
1830 – 576 Häuser mit 4.337 Einwohnern.
1831 – Gründung der Handschuhfabrik Sauerstein & Söhne.
1835 – Beim Bau der Straße nach Ostrov und Boží Dar werden Stadtmauern und Tore abgetragen.
1838 – Auf dem Keilberg ersetzen Florián Macasy und Pavel Weigl die abgebrannte Pyramide durch ein Gloriett.
1840 – Beginn der industriellen Herstellung von Uranfarben nach dem Patent von Patera.
1843 – Gründung einer Schule für das Flechten von Strohmatten. 582 Häuser, 4.837 Einwohner.
1846 – Fertigstellung der Straße auf den Keilberg. Auf Svornost wird ein 37,6 kg schwerer Silberklumpen gefunden.
1848 – Gründung des Bezirks Joachimsthal. Einrichtung einer Realschule. Auf Svornost werden zwei moderne Wassersäulenmaschinen installiert.
1850 – Am 7. März wird das k.k. Berghauptmannschaftsamt gegründet. Die Berggerichte werden aufgehoben und ersetzt. Die Grube Rudolf II. wird in Werner umbenannt.


